Bukarest wird von den Ausländern für die Echtheit beliebt. Es ist eine der wenigen Hauptstädte, die von der Globalisierung nicht betroffen wurde und Charme hat. Die Stadt verbindet das Alte und das Neue, die Vergangenheit und die Gegenwart. Es ist die Metropole, wo man moderne Gebäude findet, wo das Glas und der Stahl vorwiegend sind, es gibt aber auch Denkmäler mit Geschichte. Es geht um die Gebäude, die an die Vergangenheit dieses Landes erinnern und dieser so lebendigen Stadt einer böhmischen Stimmung gewähren.
Durch die Beteiligung an diesem Projekt hatte ich die Möglichkeit, viele Ausländer kennenzulernen, die Bukarest für ihre berufliche Karriere wählten. In allen Gesprächen stellte ich fest, dass diese Leute die Stadt ruhig betrachten, was die Rumänen nicht immer tun. Für die Ausländer ist Bukarest eine europäische Hauptstadt, die ihre Identität bewahrte und sich durch die Echtheit auszeichnet.
Eine Stadt mit Potential

Stefano Nappo arbeitet seit drei Jahren in Bukarest, er ist Sänger der Nationaloper. Zum ersten Mal hatte er Kontakt mit der Stadt im Februar, als es draussen kalt war und es schneite. Am Anfang fühlte er sich nicht bequem, wegen dem schlchten Wetter hatte er Angst, dass er sich nicht anpassen wir. Er irrte sich. Heute ist Bukarest für Stefano Nappo ”zu Hause”. Es ist der Ort, wo er wohnt, wo er viele Freunde hat und seinen Traum erfüllte: auf einer grossen Bühne vor vielen Zuschauern zu tanzen. Ich fragte ihn, was es ihm am besten in der Stadt, die ihn adoptierte, gefällt und er erwähnte sofort die „grünen Punkte von Bukarest”, indem er sich auf die Parks von Bukarest bezieht. „Die Parks Cișmigiu und Herăstrău sind zwei meiner Lieblingsplätze. Wenn ich sagen soll, was es mir in Bukarest nicht gefällt, erwähne ich den Verkehr und den damit verbundenen Stress. Ich wohne in Bukarest seit drei Jahren und stellte fest, dass im Vergleich zu anderen Hauptstädten, Bukarest echt ist, weil es von der Globalisierung nicht betroffen wurde. Was die Menschen anbetrifft, sind die von der Oper sehr nett und freundlich, vor allem mit den Ausländern und ich fühlte mich immer geschätzt”, unterstreicht Stefano Nappo.

Während des Gesprächs, macht er mich darauf aufmerksam, dass die Stadt weil es hier eine der schönsten und interessantesten „Architekturen” gibt, die er in seinen Reisen sehen konnte. „Man sollte mehr tun, damit diese Gebäude in der besten Form behalten werden. Seitdem ich in Bukarest bin, seit drei Jahren, stellte ich eine eindeutige Verbesserung der Stadt und eine offensichtliche Entwicklung fest. Ich hoffe, dass es so weitergehen wird”, erwähnt Stefano Nappo.
Er empfiehlt Victoria Strasse, den Park Herăstrău und das Palais des Parlaments
Stefano hat viel zu tun, aber wenn er ein bisschen Freizeit hat, findet er viele Entspannungsmöglichkeiten. „Wenn ich einen Monat mit wenigeren Aufführungen habe, gefällt es mir Sport zu treiben und zum Schwimmbad zu gehen. Wenn ich mich nicht so verwöhnen kann, schaue ich mir einen Film an. So erhole ich mich. Es gefällt mir, mit den Freunden zu sein und uns Filme anzusehen”, erzählt der Künstler.

Es kann manchmal sein, dass ihn die Bekannten besuchen, die zum ersten Mal nach Bukarest kommen. „Immer wenn jemand nach Bukarest kommt, gehen wir zu einem Thermalzentrum, damit er sich entspannt. Ich wähle das vor allem in den kalten Monaten, wenn wir die Sonne vermissen. Es gefällt mir auch, ihnen zu zeigen, wie schön die Viktoria Strasse ist, wie angenehm ist, in den Park Herăstrău spazierenzugehen und wie besonders das Palais des Parlaments ist”, betont Stefano.
Wegen seiner Erfahrungen in Bukarest behauptet der junge Balletttänzer, dass diese Stadt sehr freundlich ist. „Die Leute sind freundlich. Vor allem die Jugendlichen sind sehr offen. Wenn sie mit uns sprechen und erfahren, dass wir aus einem anderen Land kamen, um hier zu arbeiten, sind sie sehr begeistert. Sie sind immer beeindruckt, wenn ich ihnen erzähle, dass ich Balletttänzer bin”, erzählt der junge Mann.
Der Italiener, für welchen Rumänien „fein” ist
Wenn der Name es nicht verraten würde, könnte man Stefano Nappo als einen Siebenbürger betrachten, der in die Hauptstadt Rumäniens kam. Die Zeitspanne, die er beim Balletttheater in Hermannstadt verbrachte, beeinflusste seinen Akzent und er spricht wie ein Siebenbürger. Man ist sehr glücklich, wenn man das Wort „fein” von einem Ausländer hört.
Das geschieht, wenn man Stefano zuhört. Der Junge, der jetzt als Balletttänzer bei der Nationaloper von Bukarest tätig ist, ist vor 24 Jahren in Napoli, Italien geboren.

”Ich begann den Ballett mit sechs Jahren, bei einer lokalen Ballettschule und dann entschied ich, eine Karriere in diesem Bereich zu haben. Ich trainierte bei „Accademia Arte e Spettacolo Spazio Danza”, vor allem mit Rosa Varriale und Francesco Imperatore. Dann wurde ich in die Nationale Ballettschule von London (ENBS) aufgenommen. Nach dem Abschluss von ENBS fand ich einen Arbeitsplatz beim Balletttheater in Hermannstadt. Ein Jahr später hatte ich eine Audition bei der Nationaloper von Bukarest und wurde in die Ballettgruppe eingeschrieben. Im Jahre 2017 wurde ich zum Sänger gefördert. Meine Rollen als Sänger beinhalten, unter anderem, Beno, im „Schwanensee”, Benvolio, in „Romeo und Julia”, Fachir, in „Bayadere”, Precious Stones und Bluebird, in „Dornröschen”. Ich wählte das Ballett, weil ich ein sehr aufgeregtes Kind war, das sich immer bewegte. Später stellte ich fest, dass viel Arbeit erforderlich ist, um leistungsfähig zu sein. Ich betrachtete alles als eine Herausforderung und das Ballett wurde zu meiner Priorität. Wenn ich noch einmal anfangen sollte, würde ich nichts ändern. Das Ballett ist alles für mich und ich kann mir das Leben ohne Ballette nicht vorstellen”, sagt der junge Balletttänzer.
Für Stefano ist Rumänien der Platz, wo er die Chance hatte, sich beruflich zu erfüllen und dafür ist er dankbar. ”Während des ganzen Abschlussjahres bei ENBS hatte ich mehrere Auditionen in Europa und ich wurde von einigen Firmen wegen der Höhe abgewiesen. Zum Glück was das kein Problem für das Balletttheater in Hermannstadt, das mir den ersten beruflichen Kontakt anbot. Als ich in Hermannstadt war, reiste ich oft nach Bukarest, um bei der Nationaloper von Bukarest, ein Triptychon zu sehen, mit „In the night” von Jerome Robbins, „In the middle, somewhat elevated” von William Forsythe und „Themes and variations” von George Balanchine. Ich entschied dann, dass ich hier tanzen will, so dass sie mir nach der Audition den Job anboten”, erzählt der Tänzer.
Die erste Rolle, die er als Sänger hatte, war Beno, der Freund des Prinzen im „Schwanensee”. „Beno ist auch jetzt eine hervorrufende Rolle und ich spiele sie gerne. In Zukunft könnt ihr mich auf der Bühne in mehreren Rollen sehen. Ich werde den Blauen Vogel im „Dornröschen” und Beno im „Schwanensee” diesen Monat (im Oktober) tanzen. Später im November und Dezember werde ich den chinesischen Tanz im „Der Nussknacker” von Oleg Danovski” haben, erwähnt der Balletttänzer.

Stefano Nappo lebt durch und für Ballett. Seine grösste Freude ist zu tanzen und vom Publikum beliebt zu sein. „Für die Menschen, die das Ballett lieben, würde ich folgendes sagen: kommt zur Oper und schaut euch die Aufführung auf! Es ist immer interessant, wenn man weiss, dass alle Eintrittskarten verkauft wurden, das ist eine Bestätigung, dass, was wir tun, gut und geschätzt wird. Ich würde auch die Jugendlichen ermutigen mehr zu reisen. Ich finde das interessant und motivierend”, betont Stefano.
Stefano ist nur einer von vielen Ausländern, die Bukarest für die berufliche Karriere wählten. Seine Geschichte zeigt uns, dass es nicht schwer ist, die Leistung in Rumänien zu erreichen, es ist aber wichtig, das zu wollen und motiviert zu sein. Das zeigt uns auch, dass Bukarest zu den europäischen Städten gehörten, wo die Kunst geschätzt wird. Die Künstler, die auf der Bukarester Bühne spielen, haben das Glück, von den netten Zuschauern beliebt zu sein und dadurch wird diese Stadt, die im Laufe der Entwicklung ist, beeindruckend.

Autor: Ștefania Enache
Foto: Corina Gheorghe

