Den Menschen, die von der Schönheit begeistert sind, gefällt es von der Kunst umgeben zu sein, egal unter welcher Form. Viele von ihnen verwandeln, was sie lieben, auf eine echte Kunstsammlung, die sie am Ende ihres Lebens den künftigen Generationen hinterlassen. Wir werden heute in ihre Welt, in die Welt der Sammler eindringen. Wo kann man das am besten entdecken? In einem anstachelnden Museum von Bukarest: das Museum der Kunstsammlungen.
Das Museum der Kunstsammlungen befindet sich im eleganten Romanit Palast, auf der Siegesstrasse 111, in der Nähe von der Rumänischen Akademie.

Anlässlich unserer Reise in die Werlt der Kunstsammler besuchten wir auch dieses Museum, wo die Besucher über 30 Sammlungen bewundern können.

Paula Varga war unser Gastgeber, sie ist für alle Kommunikationsfragen für das Nationale Kunstmuseum Rumäniens zuständig. Die Fachleute der Institution unterstützten uns auch und sie teilten uns die notwendigen Informationen mit, bevor wir unsere Reise begannen. So erfuhren wir, dass, egal ob man über heterogene Sammlungen spricht, wie die Sammlungen vom Petrescu Ehepaar, die Slătineanu oder Dona Sammlung, oder ob man sich für die monografischen Sammlungen (die Baba, Taru oder Lucia Dem. Bălăcescu) interessiert, bietet das Museum einen Überblick auf die Sammlungen an.
Die Fachleute des Nationalen Kunstmuseum Rumäniens sagten uns, dass das rumänische Interesse für die Sammlungen sich in der Zwischenkriegszeit entwickelte. Die Interessierten waren gleichermassen von der zeitgenössischen rumänischen Kunst, aber auch von der orientalischen und dekorativen Kunst begeistert.

Wir wählten, Ihnen diese Sammlungen durch ausserordentliche Exponate vorzustellen, die Sie in den Räumen des Museums für die Kunstsammlungen entdecken können. Die Auswahl ist nicht zufällig und es wurde mit der Unterstützung der Museographen gemacht.
Grigorescu, Luchian, Tonitza prägen die Dona Sammlung
Die erste Sammlung, die unsere Aufmerksamkeit erregte, wurde vom General Nicolae Dona angefangen und von seiner Schwiegertochter und seinem Sohn, Elena und Dr. Iosif Dona fortgesetzt.
Diejenigen, die von der Kunst von Nicolae Grigorescu, Ştefan Luchian und Nicolae Tonitza passioniert sind, sollen diese Sammlung nicht verpassen.
Die Fachleute sind der Meinung, dass die Arbeit von Nicolae Grigorescu in dieser Sammlung am besten hervorgehoben wird. Die Dona Sammlung ist eine der besten und vollständigen Sammlungen, die der Kunst dieses wichtigen rumänischen Malers gewidmet wurden.
Aufgrund der Informationen von den Museographen, erklärt uns Paula Varga, dass man in dieser Sammlung, die das Ergebnis von zwei Generationen ist, die Landschaften bewundern kann, wodurch der Künstler sich auszeichnete. Es geht um ländliche Landschaften, Ochsenkarren, aber auch um Meereslandschaften.

Unter den ausgestellten Werken findet man auch „Nackt am Meeresufer”. Auf diesem Bild sieht man einen starken Gegensatz zwischen der Art und Weise, wie der Körper der jungen Frau behandelt wird und der ausdrucksvollen Landschaft. Die Stellung der Person erinnert an die Modelle, die stundenlang in den Kunstakademien posierten, aber der Kopf verweist auf den Scham eines weniger erfahrenen Modells.

In derselben Sammlung kann man auch Ștefan Luchian sehen, als er am Anfang war und als Blumenmaler nicht bekannt war. Der Künstler malte of die Stadtumgebung, er interessierte sich vor allem für die Menschen, die unter schweren Bedingungen lebten. Durch seine Bildnisse sind die Blumenhändlerin Safta und Nikolaus Koboz einige von den Personen, die berühmt wurden.

„Der Stand von Philantropia”, ein Pastell auf K, ist ein Bild mit einem Thema, das man bei diesem Künstler sehr oft, unter mehreren Techniken finden kann.
Diejenigen, die Nicolae Tonitza bewundern, wissen, dass der Maler die Kindheit in vielen Werken aufgriff. Die Kinder werden lustig, glücklich, spielerisch, aber manchmal auch ein bisschen traurig oder krank abgebildet und sie haben etwas Gemeinsames, die runden Augen. „Die Unschuld, die dem Alter spezifisch ist, wird durch die runden Augen betont, die als ein Tor zur Seele der Kinder betrachtet werden”, erklärten uns die Fachleute.

In der Dona Sammlung findet man „Das Mädchen des Försters”, aber man soll erwähnen, dass die bekannteste Version von diesem Thema, das den Gegensatz zwischen dem roten Kleid und dem Grünen um die Person, bei der Rumänischen Modernen Kunstgallerie ausgestellt wurde.
Das Bildnis des Mädchens von der Dona Sammlung beweist die Begabung von Tonitza, das Weisse und das Licht abzubilden. Das Kleid strahlt auf dem grünen Hintergrund und wenn man es sich aufmerksamer ansieht, kann man die zahlreichen Farben beobachten, die der Künstler benutzte, damit das Kleid strahlt.
Die Sammlung des Geigenlehrers, der von Teodor Pallady fasziniert war
Der Geigenlehrer Garabet Avachian war ein begeisterter Kunstsammler vom XX. Jahrhundert. Die Vertreter des Museums für die Kunstsammlungen sagen uns, dass Garabet zusammen mit seinen Vettern, den Brüdern Hrandt und Beatrice Avachian, eine bedeutende Kunstsammlung, bestehend aus den Glasikonen, modernen Bildern, aber auch aus orientalischer Kunst, der Institution spendete.
Wenn man diese Sammlung analysiert, wird man feststellen, dass der Geigenlehrer vom Werk von Teodor Pallady fasziniert wurde. Die Sammlung hat ungefähr 80 Werke dieses Künstlers. Neben der grossen Anzahl von Landschaften oder nackten Personen, sind auch die Bilder zum französischen Thema auffällig.
In der Sammlung von Garabet Avachian haben Sie die Gelegenheit, das Werk „Die Landschaft in Paris – Place Dauphine” (1920 -1930) zu bewundern. „Place Dauphine ist eine Oase der Ruhe in der Mitte von Paris. Dieser Platz befindet sich in der Nähe von Pont Neuf, einer der wichtigsten Brücken von Paris. Im Gebäude von Nummer 12, wohnte und arbeitete Pallady bis 1940, als er nach Bukarest zurückkehrte. Die Landschaft zeigt die Stimmung von Paris an einem Herbsttag. Die Aussischt bietet uns einen Anhaltspunkt über die Werkstatt des Künstlers, den Ort, wo das Bild gemalt wurde. Pallady malte oft verschiedene Landschaften von Paris aus seiner eigenen Werkstatt”, erzählen uns die Fachleute.

In derselben Sammlung findet man auch das Werk „Die Landschaft von Bretagne” (1925-1927), das auch von Teodor Pallady unterzeichnet wurde. Die Landschaft ist eigentlich ein Thema, das man bei diesem Künstler vor allem im ersten Teil seiner Arbeit finden kann.
Die Avachian Sammlung schlägt eine Übersicht auf die Kunst von Pallady vor. Bretagne ist in mehreren Werken von dieser Sammlung vorhanden.
Das Bildnis des Gründers des ersten Privatmuseums
Wir gehen zur Simu Sammlung und ich lade Sie ein, ein Werk von Antoine Bourdelle zu betrachten: „Die Büste von Anastase Simu”, ein Bronzewerk zu einem Thema, das auch in Marmor von Pirinei ausgeführt wurde. Die Experten des Museums behaupten, dass dieses Werk von Antoine Bourdelle zur Sammlung von Simu dank seiner Freundschaft mit dem französischen Bildhauer gehört.

Das Werk wurde im Jahre 1920 in Paris angefangen, wo Simu Bourdelle für eine Büste posierte und es wurde zwei Jahre später beendet. Das Werk wurde den Bukarestern im Jahre 1924 ausgestellt. Das Bildnis des Gründers des Simu Museums, das erste Privatmuseum, das im Jahre 1910 eröffnet wurde, hat eine seitliche Bemerkung, die an dieses Museum erinnert.
Die Bronzeversion wurde später in zwei Exemplaren ausgeführt, die sich beim Museum für die Kunstsammlungen und beim Museum Bourdelle von Paris befinden. Genauso wie das Marmorwerk, hat die Bronzebildhauerei als Paar das Bildnis von Elena Simu, der Ehefrau des Sammlers.
In den Geschichten von Sheherezada
Eine eindrucksvolle Sammlung, die sich in diesem Museum befindet, gehört Marcu Beza und es besteht aus vielfältigen Gegenständen, Juwellen, Kleidern, byzantinischer Stickerei und islamischen Teppichen.

Sie werden sicher viel Zeit im „Arabischen Zimmer-Übersicht” verbringen. Von den Museographen erfuhren wir, dass Marcu Beza in den 30-er Jahren eine eindrucksvolle Sammlung von orientalischen Gegenstände hatte. Er liebte die levantinische Kultur sehr.
Das arabische Zimmer setzt uns in die Geschichten von Sheherezada um. In der Mitte gibt es eine hohe Holztafel, mit vielen Bildern. Auf dem Bett, das sich daneben befindet, wurden kleine Holztafeln aufgetragen. Eine davon datiert seit dem Jahr 1215, dem Hegias Jahr (1800-1801 nach Christus). Das Ganze wird durch die zwei Fenster und die Schranktüren ergänzt. Das Zimmer widerspiegelt die türkische Stimmung vollkommen. „Die Katamaniu Gebetsbücher, ein Saruk Teppich, ein Belucistan Teppich, eine türkische Tasche oder die BuKhara Stickerei sind ein paar Gegenstände, die man hier bewundern kann. Die Wasserpfeife, eine hohe Lampe und verschiedene Metallbehälter betonen die Intimität dieses Raums. Der männliche Anzug verweist auf das Bildnis des Sammlers, der von Rodica Maniu gemacht wurde und die Kaffetassen auf dem orientalischen Tisch schaffen die Intimitätsstimmung”, erklären uns die Fachleute.
Verpassen Sie die Sammlung von Corneliu Baba nicht!

Die monographische Baba Sammlung wurde dem Museum von seiner Ehefrau im Jahre 2009 gespendet und es zeigt die letzte Zeitspanne der Arbeit des Künstlers.
Wir werden über „Pieta” sprechen, eine Arbeit von Corneliu Baba vom Jahre 1982. Das Werk gehört zur letzten Zeitspanne seiner Arbeit, als Baba alt war und in Zyklen arbeitete. Die wichtigsten waren „Die Ängste” und „Die verrückten Könige”. „Allein in der Intimität der Werkstatt, im Dialog mit sich selbst, schafft der Künstler ein neues Universum, wozu die Leidenschaft für das Bildnis ohne Biographie, die anonymen Personen, aber auch die Liebe zum Drama gehören. „Pieta” als Struktur ähnelt den „Ängsten”. Im Unterteil befindet sich die Hauptperson, Christus, der auf den Boden fiel und um ihn werden viele Personen abgebildet, die ihm nachtrauern. Man erkennt das Bildnis der Ehefrau links und ein Selbstbildnis des Künstlers, beide sind in dieser verrückten Welt, die wie ein Alptraum ist, integriert”, erwähnen die Fachleute.
Letztendlich laden wir Sie ein, zu entdecken, was Micaela Eleuteriade, die Künstlerin, die mit Gheorghe Tattarescu verwandt war, uns hinterliess. Die Sammlung, die sie dem Museum spendete, bietet einen Überblick auf ihre Kunst und auf ihre Entwicklung. Am Anfang der Karriere benutzte sie nur glanzlose Farben und dann ist das lebendige Gelbe aufflällig. Ihre Sammlung ähnelt einer Weltreise, weil die Werke während der Reisen ausgeführt wurden.

Am Anfang der Eleuteriade Sammlung findet man das Werk „Die zwei Tatarinnen”. Der Orientalismus war ein häufiges Thema der rumänischen Künstler während der Zwischenkriegszeit.
In einem Raum des Museums wurde das Werk von Alexandru Phoebus ausgestellt, der dem Publikum weniger bekannt war. Die Sammlung wurde von seiner Ehefrau und von seinem Sohn gespendet und es beschreibt ein Universum mit ausserordentlichen Personen, anekdotischen Themen, Stadtbildern oder Landschaften, die vor allem an Făgăraș erinnern, eine Gegend, die der Künstler besonders liebte.
„Die Fassade der rumänischen Kirche von Paris”, ein Werk von Alexandru Phoebus aus dem Zeitraum 1927-1928 setzt uns in die Welt des Künstlers um, wo das Graue das ausserordentliche Bild des Gebäudes betont.
Sie sollen dieses einzigartige Museum besuchen, um auch andere bedeutende Sammlungen zu bewundern. Sie werden die Gelegenheit haben, wichtige Künstler und begeisterte Sammler kennezulernen. Paula Varga sagt uns zum Schluss, dass „bevor man dieses Museum als ein Kunstmuseum betrachtet, soll man es sich als ein Museum der Sammler und aller, die von der Kunst begeistert sind, vorstellen ”.


