Wir kommen wieder in die Vergangenheit zurück, um ein paar denkwürdige Ereignisse der Geschichte dieser Stadt zum Vorschein zu bringen. „Der Tourist unter den Relikten” beginnt seine Reise heute von der Kirche des Heiligen Gheorghe Neu, er wird sich beim Kloster der Heiligen Apostel erholen und bei der Kirche „Mariä Himmelfahrt”- Sapienței sich besinnen, wo er sich für eine Reise auf den Spuren der Daker vorbereiten wird.
Wir sind beim Kilometer 0 von Rumänien, ein Platz, der von der besonderen Kirche veredelt wird, deren Mauern viele Geschichten verbergen.

Es ist ein gewöhnlicher Wochentag, aber auf dem Hof der Kultstätte sind schon viele Leute anwesend. Manche kamen um sich zu verneigen und zu beten, andere als einfache Touristen, die sich wünschten zu sehen, wie die letzte Stätte des Heiligen Märtyrers Constantin Brâncoveanu aussieht.

Die Kirche des Heiligen Gheorghe Neu ist ganz besonders. Hier fühlen den göttlichen Schauder, auch diejenigen, die nicht religiös sind. Vielleicht kommt dieses Gefühl aus der Stimmung, die in der Kirche herrscht oder von der Tatsache, dass dieser Ort mit grossen Persönlichkeiten unseres Landes verbunden ist.
Wenn man auf den Hof der Kultstätte eingeht, kann man nicht übersehen, dass die Kirche von Constantin Brâncoveanu „bewacht” wird. Eine sehr grosse Bronzestatue des Märtyrers prägt diese Gegend. Das Werk wurde im Jahre 1939 vom Künstler Oscar Han ausgeführt.

Auf demselben Hog kann man auch die Denkmäler entdecken, welche, unter anderen, die Unterschriften des Bildhauers Constantin Baraschi und der Architekten Horia Creangă und Ștefan Niculescu tragen. Das interessante Werk „Kilometer 0” wurde von den Medien der Zwischenkriegszeit auch „das Herz des Landes” genannt. Das Denkmal hat eine ziemlich traurige Geschichte, denn es war eines der vielen „Opfer” der Kommunisten.
Das Denkmal wird als ein Becken mit einer Windrose in der Mitte dargestellt, zwischen deren Strahlen die Wappen der historischen Provinzen von Rumänien und der Name der Hauptstäte geschrieben wurden. In der Mitte dieses Beckens gibt es einen Metallglobus mit den Symbolen aller Sternzeichen.
Das Denkmal sollte den Kilometer 0 von Rumänien angeben und ursprünglich wurde es von den Vertretern der Kirche während der Zwischenkriegszeit bestritten. Die Opposition der Kirche involvierte sich, weil das Werk ursprünglich entworfen wurde, so dass in der Mitte auch die Statue des Heiligen Gheorghe vorhanden sein sollte. Die Kirche war mit der ursprünglichen Form des Projektes nicht einverstanden, indem sie sich auf das Gebot „Bau keine Ikonen…” bezog.
Das Denkmal „Kilometer 0” machte eine schwere Zeit während 1945-1947, als die Mosaikplatten mit dem Namen der Städte aus Bessarabien und Nordbukowina gerissen wurden.
Als die Kommunisten die Macht übernahmen, ordneten sie das Begraben des Denkmals „Kilometer 0”. Spät, im Jahre 1992, als die Kirche des Heiligen Gheorghe Neu saniert wurde, kam dieses interessante Denkmal zum Vorschein.
Die Kirche, wo man die reelle Geschichte entdeckt
Um in die Kultstätte einzugehen, soll man ein paar Treppen aussteigen und dann mehrere Steintreppen aufsteigen. Wegen der Baustruktur denkt man, dass man zwischen diesen Mauern dem Himmel näher ist.

Nicht nur wegen der Treppen ist das Gebäude grossartig. Dasselbe kann man über die Eingangstür von fünf Meter sagen, die sich durch besonders schöne Zierelemente auszeichnet. Als die Kultstätte ausgebaut wurde, ist es gelungen, die usprüngliche Tür zu behalten und sie zu renovieren.
Wegen der Säulen ist die Kirche fest und diese verweisen eindeutig auf den Brâncoveanu Stil, der dieser Kultstätte spezifisch ist.

In der Kirche wird man vom Riesenraum beeindruckt. Ich hatte den Eindruck, in einem Museum zu sein, wo man alle Exponate allmählich ausloten soll. Und das ist keine Lästerung, sondern es ist die Anerkennung der göttlichen Schöpfung, die unter verschiedenen Formen verfügbar ist.
Die Möbelstücke im Brâncoveanu Stil sind grossartig. Die Malerei vom Naos und Pronaos, die vom Team, geleitet vom Maler Ioan Moldoveanu wieder belebt wurde, ist auch beeindruckend. Irgendwann konnte man hier die Werke des Malers Pârvu Mutu finden, aber die Zeit war mit der Arbeit des Künstlers gnadenlos und das Wiedermalen war notwendig.
Riesiege Bronzekronleuchter machen die einzigartige Stimmung aus dieser Kirche vollkommen.

Ich hielt vor allen Ikonen auf den Kirchenmauern an, aber meine Schritte bewegten sich zum wichtigsten Platz, ohne zu beobachten. Rechts, neben dem Naos, befindet sich das Grab des Heiligen Woiwoden Constantin Brâncoveanu und man denkt sofort an die Opfer dieses Herrschers im Namen seines Glaubens. Sein Grab ist ein Nachweis der Ehre und des Patriotismus.
Ziemlich nah befindet sich eine Ikone, deren Geschichte eine Lektion ist, die man nicht vergessen darf. Die Wunderikone der Heiligen Parascheva kam in diese Kirche an, als die Kommunisten den Abbau der Kirche des Heiligen Freitags ordneten. Dieses Heiligenbild, das aus dem XVIII. Jahrhundert stammt, wurde seit über zehn Jahren ausgebaut.
Gegenüber befindet sich einen anderen Beweis unserer Geschichte. Der Sarg mit der Reliquie des Heiligen Hierarches Nikolaus ist ein echtes Silberjuwel. Golden und mit Edelstein verziert, erinnert der Sarg an eine andere wichtige historische Persönlichkeit.

Die historischen Quellen zeigen, dass die Kirche die rechte Hand des Heiligen Nikolaus vom Woiwoden Michael der Tapfere und von Frau Stanca erhielt.
Die Reliquie, die laut Radu Greceanu, im Jahre 1599 geschenkt wurden, veredelte die erste Kirche, die hier gebaut wurde. Diese wichtigen Ikonen wurden trotz der Ausbauarbeiten behalten.
Die Kirche der Heiligen Apostel wurde von der Revolution vom Jahre 1989 gerettet
Wir verlassen die Kirche des Heiligen Gheorghe Neu und gehen zu einem anderen wichtigen historischen Platz: die Kirche „Mariä Himmelfahrt”- Sapienței. Aber bevor wir in der kleinen Kapelle mit der Unterschrift des Malers Gheorghe Tattarescu anhalten, gehen wir zur Kirche der Heiligen Apostel.

Die von Matei Basarab gebaute Kultstätte versteckt sich heute unter den kommunistischen Gebäuden. Die Kirche befindet sich in der Nähe des Boulevardes der Vereinten Nationen und sie wurde von der Revolution vom Jahre 1989 gerettet. Sonst hätte sie ein ähnliches Schicksal wie die Kirche des Heiligen Freitags haben können oder, im schlimmsten Fall, sollte sie verlegt werden, um Platz für die kommunistischen Gebäude zu schaffen.
Für diese Kultstätte ist die Art und Weise, wie sie gebaut wurde, erstaunlich. Alles lehnt sich auf die dicken Mauern. Die Veranda am Eingang in die Kirche ist viereckig, mit mehreren Bogen, welche die Härte der Architektur mildern. Die Steinsäulen vermitteln den Krafteindruck.
Am Eingang sind das Wappen der Walachei und das Symbol des Steinadlers, das der Familie Cantacuzino spezifisch ist. auffällig. Die Blumenmotive beim Eingang verweisen auf den Brâncoveanu Stil.
Die aufeinanderfolgenden Einflüsse der Persönlichkeiten, die in der Rettung dieser Kultstätte involviert waren, werden mehrmals dargestellt. So wie man erwähnte, ist der Brâncoveanu Stil in den Blumenmotiven ersichtlich und der Cantacuzino Stil ist durch das Wappen, aber auch durch die Möbelstücke, die sich in der Kirche befinden, auffällig.

Irgendwann war dieser Platz breiter und diese Gegend war als ein Klosterensemble bekannt. Nach der archäologischen Ausgrabung vom Jahre 1956 wurden viele Relikte entdeckt, darunter auch mehrere Klausen, aber auch Keller und Spuren der herrschaftlichen Höfe. Heute gibt es nur die Kirche, aber sowohl um die Kirche, als auch innen ist eine Nekropole vorhanden, mit den Gräbern der Gründer, aber auch der Priester von hier.
Die Taten, die man nicht vergessen darf
Wir verlassen die Kirche der Heiligen Apostel mit der Absicht, zum Kloster Mihai Vodă zu gehen, aber unterwegs gibt es einen anderen wunderbaren Ort: die Kirche „Mariä Himmelfahrt”- Sapienței.
Und weil Dezember bald kommt, als im Jahre 1989 die Rumänische Revolution stattfand, sollen wir an die Kämpfer gegen den Kommunismus erinnern. Einer von ihnen war der Priester Constantin Sârbu, dem das Überleben dieser Kirche auf der Sapienței Strasse Nummer 5 zu verdanken ist.
Im Unterschied zu anderen Kirchen aus Bukarest, die hoch unter den anderen Gebäuden aufragen, ist die Kirche „Mariä Himmelfahrt” diskret hinter einem Riesenhof. Auch im Winter bewacht das goldene Blattwerk die kleine Kirche.
Gebaut von Iordache Krețulescu und von seiner Frau, sollte sich Frau Olimpia Emanoil Lahovary um diese Kirche kümmern. Auf ihren Wunsch wurde der Innenbereich von Gheorghe Tăttarescu gemalt und ein Grossteil seiner Werke sind auch heute vorhanden. Hier kann man Tattarescu finden, als er alt war.
Diese Kirche ist auch mit der Brâncoveanu Familie verbunden. Safta Brâncoveanu, die Tochter von Constantin Brâncoveanu, war die Ehefrau von Iordache Kreţulescu.
Nach dem Tod von Olimpia Lahovary wurde die Kirche von ihren Erben übernommen, die ihr Eigentum des Heiligen Kirchentags vermieteten. So wurde die Kirche auf der Sapienței Strasse zu einem Schwurhaus.

Danach, als die Kapelle der Patriarchie gespendet wurde, verwandelte sie es auf einen Lager, ohne den Wunsch des Spenders zu berücksichtigen, der ausdrücklich beantragt hatte, dass die Kultstätte dem Publikum offen bleibt.
Über 40 Jahre wurde diese Kirche vergessen. Der Priester Constantin Sârbu gab sie den Glaübigen zurück. Als er aus dem kommunistischen Gefängnis zurück war, bemühte sich der Priester, um die kleine Kirche zu retten.
Der Priester Sârbu wurde von den Kommunisten bestraft, weil er zur religiösen-kulturellen Bewegung um die Kirche der Rahbarriere gehörte. Es war eine Kultstätte, welche die Kommunisten wegen der Grösse nicht akzeptierten. Der Priester war acht Jahre lang im kommunistischen Gefängnis von Aiud und noch zwei Jahre lang in Bărăgan. Als er befreit wurde, bekam er die ärmste Kirche von Bukarest. Hier ragt heute die Kirche auf der Sapienței Strasse auf.
Die Geschichte dieser kleinen Kirche wird mit einer anderen Verfolgung der Kommunisten verbunden. Der Priester Constantin Voicescu war in der Kirche bis 1997 tätig. Er kam hier im Jahre 1976 an, aber vorher war er mehrere Jahre lang im Gefängnis. Im Jahre 1958 wurde er zur Zwangsarbeit für das ganze Leben verurteilt. Er gehörte zur “mystischen-legionären Bewegung von Târgu Ocna”. Er wurde das Gefängnis los, als die Verordnung für die politischen Gefangenen im Jahre 1964 erlassen wurde.
Nach dem Gefängnis widmete er der Kirche sein ganzes Leben. Zwischen den Jahren 1985-1986 unternahm er die Schritte zur Rettung der Sapienței Kirche vom kommunistischen Abbau. Er lebte noch sieben Jahre nach dem Fall des Kommunismus und während dieser Zeit kämpfte er sich, um die Mörder der Kommunisten hervorzuheben.
Unsere Reise in die Geschichte endet nicht hier. Gegenüber der Kirche „Mariä Himmelfahrt”- Sapienței ragt heute das Kloster Mihai Vodă auf, worüber wir in einem anderen Artikel sprechen werden.


