Tourist unter den Bodendenkmälern. Von Udricani nach Colțea

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Bukarest ist eine Stadt mit viel Geschichte, die den Touristen, die neue Bestimmungen suchen, viele Möglichkeiten anbietet. Weniger bekannt von den Touristen, die an die Stadt gewöhnt sind, stellen die archäologischen Funden einen Anziehungspunkt dar und sie sollten besucht und bewundert werden.

Bukarest ist eine Stadt mit archäologischen Funden, die kaum erwarten, ihre Geschichte bekanntzumachen. Ich möchte Sie überzeugen, dass Tourismus nicht nur die Freizeit in den Resturants der Alten Innenstadt zu verbringen bedeutet, schlage ich Ihnen vor, dass wir zusammen die Bodendenkmäler der Hauptstadt Rumäniens entdecken. Für heute wählte ich zwei Punkte auf der Landkarte: die Kirche des Heiligen Nicolae Udricani und die Kirche Drei Hierarche Colțea.

Diese Wahl hat keine religiose Konnotation. Wir werden diese Kirchen nicht nur als einen Gebetsort betrachten, sondern wir werden auch ihre geschichtliche Seite entdecken.

Udricani, die von den Feigenbäumen bewachte Kirche

Das Tor der Kultstätte wird von zwei Feigenbäumen bewacht.

Ich ging nach Udricani von der alten Innenstadt. Ich wählte zu Fuss zu gehen und so hatte ich die Gelegenheit, durch den Platz zu gehen, wo die Kirche Sfânta Vineri (der Heilige Freitag) war. Jetzt gibt es hier nu rein Flurkreuz, das daran erinnert, dass die Kirche im Jahre 1987 von den Kommunisten abgerissen wurde. Ich ging zum alten jüdischen Viertel und entspannte mich eine Weile auf dem „Platz der Löwe von Jerusalem”.

Ich sass auf einer Bank und bewunderte das Gebäude “der Akademiker Nicolae Cajal“. Ich nahm mir aber vor, den jüdischen Einflüssen von Bukarest einen anderen Tag zu widmen und deswegen ging ich weiter und in der Nähe, neben dem Jüdischen Theater, entdeckte ich eine kleine wunderbare Kirche, die unter den anderen Gebäuden versteckt war. Der Laut erregte meine Aufmerksamkeit, auf dem Hintergrund konnte man den Chor hören. Bewacht von zwei Feigenbäumen, ist das offene Tor wie eine Einladung, in die Kirche einzugehen und in die Welt des “Herrn Udrecan” einzudringen.

An einem Tisch auf der Kirchenveranda sass eine sympatische Frau und sie las. Der Besuch erstaunte sie nicht, sie war daran gewöhnt, dass ein Reisender ab und zu nach Udricani kommt. Schon von Anfang an sagte sie, dass der Pfarrer bei der Hochschule ist, wo er lehrt, aber die Kirche ist allen Touristen offen.

Herr Udrecan Clucer, der sich für die Errichtung der Kultstätte kümmerte.

Ich ging in die Kirche ein und soll gestehen, dass ich die Ruhe gespürt habe. Die Ruhe war mit der Freude verbunden, so viel Geschichte in einem einzigen Platz zu sehen. Die Malerei auf den Kirchenwänden hat eine besondere Energie, auch für diejenigen, die vielleicht nicht wissen, dass die geschichtlichen Quellen die Tatsache zeigen, dass die Kultstätte von den Ikonenmalern veredelt wurde, als es gebaut wurde. Sie waren unter der Anleitung der Schule von Pîrvu Mutu, den die Christen heute als den Heiligen Pafnutie (den Maler) kennen. Die Malerei stammt vom Jahre 1736, es wurde von den Schülern von Pîrvu Mutu durchgeführt, der im Jahre 1735 gestorben ist. Es ist beeindruckend, in einem solchen Ort zu sein, wo berühmte Menschen anwesend waren. Als ich in der Kirche war, hatte ich den Eindruck, dass man irgendwo, weit, die Stimme von Anton Pann hören kann, der zusammen mit dem Chor sang und Petre Ispirescu erzählte ein Märchen. Dieser Ort hat eine besondere Magie wegen seiner ausserordentlichen Geschichte.

Der Schatz hinter der Kirche

Das Bodendenkmal von Udricani, als Quelle der alten Geständnisse.

Als ich mich für diese Reise vorbereitete, erfuhr ich, dass bei der Kirche Udricani sich ein Bodendenkmal als Nekropole mit den ältesten Kreuzen von Bukarest befindet.

Die Frau, die meine Reiseleiterin in der Kirche war, verwies mich auf Herrn Pr. Prof. Univ. Dr. Constantin Pătuleanu, der sich für dieses Gebäude kümmert. Ich erhielt die Visitenkarte des Pfarrers und wusste, dass ich nach dem Gespräch mit ihm nach Udricani zurückkommen soll.

Als ich die Kirche verliess, beobachtete ich, dass irgendwo hinten rechts eine grosse Baustelle eröffnet wird. Ich richtete mein Augenmerk darauf.

Nachträglich erfuhr ich, dass die Ausgrabung im Jahre 2005 begonnen wurden, als der Priester Constantin Pătuleanu von seinen Hierarchen gesegnet wurde, die Kirchgemeinde zu übernehmen, sowie die Aufgabe, die sehr beschädigte Kirche zu retten. Der Priester hatte auch die Aufgabe, das ganze Vermögen der Kirchgemeinde Udricani zu übernehmen, und zwar das Gelände und das Asyl Ecaterina, das auf dem Gelände von Teodor Economu gebaut wurde. Das Gelände und das Gebäude wurden vom Staat missbräuchlich nach 1945 übernommen.

Der Pfarrer begann die Arbeit und so wurde hier eine echte archäologische Baustelle eröffnet.

Die archäologische Nachforschung wurde unter der Anleitung von Gheorghe Mănucu-Adameșteanu durchgeführt, der nach der Ausgrabung einen echten Schatz sowohl in der Kirche, als auch um die Kirche entdeckte. Die Archäologen arbeiteten nicht allein an diesem so wichtigen Entwurf, sie wurden von Historikern und Architekten unterstützt.

Nach den Prüfungen, die sowohl am Mauerwerk, als auch auf den entdeckten Gegenständen durchgeführt wurden, hat man die Schlussfolgerung gezogen, dass die Kirche auf dem Platz einer anderen älteren Kirche, die vielleicht aus Holz war und mit dem Ziegelfundament errichtet wurde.

Infolge der Arbeit der Fachleute wurden 130 vollständige oder gestörte Gräber und 48 Kreuze (vollständig oder zersplittert) entdeckt. Es wurden ebenfalls Münzen, Keramikteile, aber auch vollständige Keramikbehälter, Siegelringe und zahlreiche andere Gegenstände entdeckt. Nach der Analyse konnten die Forscher annehmen, dass es hier im XVII. Jahrhundert eine Kirche und einen Friedenhof gab.

Zum Beispiel, die älteste entdeckte Münze ist ein polnischer Gros von der Herrschaft des Königs Cazimir (1444-1492) von Polen und die neueste ist ein 2 Kreutzer. Man kann behaupten, dass diese Niederlassung älter ist, als man ursprünglich glaubte.

Der Friedhof wurde unter 153 Hektaren “begraben”

Über dem alten Friedhof wurde ein anderer Friedhof im Jahre 1735 gegründet. Die sehr grosse Anzahl der Steinkreuze ist für einen Friedhof in einem Armenviertel überraschend. Die Anzahl ist viel grösser im Vergleich zu anderen solchen Friedhöfen aus Bukarest. Eine Erklärung kann man infolge der Handlung, die während der Herrschaft von Alexandru Ioan Cuza vorgenommen wurde, finden.

Im Laufe der Jahre hatte auch die Kirche, wie das Armenviertel, ihre Blütezeit und ebenfalls ihre Untergangszeit. Der Brand, die Erdbeben, die Bauarbeiten führten zur Neugestaltung des Platzes. Es wurden auch die Restaurationsarbeiten durchgeführt, die mehr oder weniger angemessen waren. Das Hauptgebäude und die Gräber wurden von einigen Arbeiten betroffen.

Der stärkste Eingriff fand während der Herrschaft von Alexandru Ioan Cuza statt, der im Jahre 1864 einordnete, dass die Friedhöfe von der Stadt entfernt und an den Rand der Hauptstadt verlegt werden. Es wurde ein Gesetz erlassen und so gingen die Toten noch einmal weg und machten Platz den Lebendigen.

Im Falle der Kirche Udricani scheint es, dass die Verantwortlichen die Gräber von hier nicht entfernten. Die Gräber blieben, aber sie wurden unter 153 Hektaren begraben und zusammen mit allen Kreuzen der Verstorbenen verborgen.

Die letzte städtebauliche Änderung der Gegend in den 7.-8. Jahrzehnten des XX. Jahrhunderts (angefangen während der kommunistischen Zeit) verwandelte die Gegend sehr und unwiderruflich, so dass viele Denkmäler und Bodendenkmäler endgültig verloren gingen.

Die Kirche Sfântul Nicolae von Udricani, eine Kultstätte für die Bukarester von heute.

Und trotzdem gibt es viele Chancen, dass die Kirche Udricani wieder in den Vordergrund der Geschichte tritt, so wie sie war, als hier eine echte rumänische Schule sich entwickelte. Ein Schritt in dieser Richtung ist ihre Förderung als wichtige Sehenswürdigkeiten für diejenigen, die sich für die Religion interessieren, aber auch für die Leute, die die Geschichte dieser Orte entdecken möchten.

Über die Kirche weiss man, dass sie um das Jahr “1734, während der ersten Herrschaft von Grigore des II. Ghica in der Walachei” gebaut wurde und dem Heiligen Hierarch Nicolae der Bräutigame von Lichie gewidmet wurde.

“Diese heilige und göttliche Kirche mit ihrer Schönheit wurde sorgfältig von Herrn Udrecan Clucer gebaut, den Gott und den Heiligen Nicolae loben und glorifizieren wollte und es steht auch für sein ewiges Erwähnen und für das Erwähnen seines Stamms. Das Gebäude wurde während der Herrschaft des Woiwoden Ion Grigore Ghica in der Walachei errichtet, als der Heilige Stefan Bischof Metropolit war, im Jahre 7244 nach der Entstehung der Welt und im Jahr 1734 nach Christus, am 15. September”- dieser Text steht auf dem Schild über der Tür am Eingag in die Kirche.

Die mittelalterlichen Gräber von Colțea

Ich verliess die Gegend und ging zu einem anderen Ort, worüber ich erfahren hatte, dass es ein Bodendenkmal wie eine Nekropole ist. Ich ging auf dem Boulevard Corneliu Coposu, ich war schon wieder auf dem Platz Sfânta Vineri und ging zum Unirii Platz. Ich führte an der Kirche des Heiligen Gheorghe vorüber und hielt vor der Kirche Drei Hierarche – Colțea an. Ich erfreute mich der Architekturschönheit von diesem Gebäude, ein historisches Denkmal, das für Bukarest repräsentativ ist. Mein Ziel war aber das Bodendenkmal von hier, wo nach den Arbeiten der Forscher 108 mittelalterliche Gräber entdeckt wurden, die auf drei Kirchenteilen angeordnet wurden.

So wie bei der Kirche Udricani, wurde dieses Gebäude ebenfalls ausgebaut und wichtige archäologische Nachforschungen wurden durchgeführt. Bei Colțea wurden die ersten Gräber während der kommunistischen Zeit (im Zeitraum 1958-1970) entdeckt, als der Archäologe Dinu V. Rosetti diesen Ort nachforschte. Nach 1989 wurden die Sanierungsarbeiten wiederbegonnen und bei dieser Gelegenheit werden auch die Archäologen involviert, denen es gelingt, auch andere mittelalterliche Gräber zu entdecken.

Die Nekropolen in der Kirche Drei Hierarche von Colțea.

Der Archäologe Gheorghe Mănucu-Adameșteanu  leitete auch die Arbeiten von Colțea und nach der Ausgrabung wurden 127 mittelalterliche Gräber, aber auch das Fundament der alten Kirche entdeckt.

Die Grabinventur der Archäologen umfasst westliche und ottomanische Münzen, die in den Gräbern angeordnet wurden, aber auch Juwelen, wie zum Beispiel Ringe, Ohrringe. In den Gräbern wurden auch Metallknöpfe gefunden und die Forscher haben die Schlussfolgerung gezogen, dass bei diesem Friedhof auch die Militäre begraben wurden. Es gibt ebenfalls Ziegel mit Aufschriften, die unter den Schädeln gefunden wurden und auf die edele Herkunft des Verstorbenen verweises.

Die Entdeckung der zwei archäologischen Funden als Nekropole von Udricani und von Colțea beschreibt uns die Geschichte von Bukarest, mit Informationen über verschiedene Zeiten aus dem Leben dieser Stadt.

Wegen dieser Denkmäler der Hauptstadt kann der historische Tourismus sich erweitern, so dass die Rumänen und die Ausländer, die Bukarest besuchen, immer wieder zurückkommen.

Autor: Ștefania Enache
Foto: Corina Gheorghe
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