Gehen wir zur Bibliothek!

Die Schriftstellerin Amy Lowell sagte über die Bücher, dass „sie mehr als einfache Bücher sind, sie sind das Leben, die Seele und der Kern der Vergangenheit sind, der Grund, warum die Menschen arbeiteten und starben, das Wesentliche ihres Lebens”. Die Bücher bieten uns die Möglichkeit an, unsere Vergangenheit zu kennen. Dadurch hat man die Möglichkeit von einer besseren Welt zu träumen und daran zu glauben.

Wir gingen auch zur Bibliothek, wo das Buch die Königin ist. Weil es in Bukarest zahlreiche solche Plätze gibt, fiel es uns schwer zu entscheiden, wohin zu gehen zuerst. Letztendlich wählten wir den Hauptsitz der Grossstädtischen Bibliothek von Bukarest, in einem der schönsten Gebäude auf der Strasse Tache Ionescu 4.

Es ist wahr, dass bis zum Ende des Monats Oktober ist die Bibliothek „Mihail Sadoveanu”, die auch der Hauptsitz der Grossstädtischen Bibliothek ist, wegen der Ausbauarbeiten geschlossen, aber das verhinderte uns nicht, den Innenbereich dieses besonderen Platzes zu entdecken.

Aus dem Kasino in die Bibliothek

So wie man schon sagte, befindet sich die Bibliothek seit dem Jahr 1967 in diesem imponierenden Gebäude, worüber viele Legenden bestehen.

Man sagt, dass das Villa von einem reichen Rechtsanwalt für seine Familie gebaut wurde, aber während der Zwischenkriegszeit hatte es eine andere Bestimmung, weil der Rechtsanwalt die Glücksspiele liebte.

Die Geschichten erzählen auch, dass in dem Haus ein Kasino improvisiert wurde, wohin die wichtigen Personen damals kamen, um sich zu entspannen. Die Situation war aber für den Bsitzer ungünstig, als der Rechtsanwalt beim Kartenspiel auf das Villa von Tache Ionescu setzte. Er verlor die Partie und sollte das Gebäude verlassen. Danach hatte das Villa andere Besitzer und letztendlich wurde es zum Staatseigentum. Die Erben verzichteten auf ihre Rechte und waren einverstanden, dass in diesem Gebäude eine Bibliothek eingerichtet wird.

Heute wurden in den Räumen die Spielkarten durch die Bände der Literatur, Wissenschaft, Medizin, durch seltene und wertvolle Bücher ersetzt.

Frau Florentina Dobrogeanu – Ipsilante, als Direktor (Fachdirektor) der Grossstädtischen Bibliothek von Bukarest, führte uns in die Bücherwelt von „Mihail Sadoveanu” ein. So erfuhren wir, dass die Institution im Jahre 1935 gegründet wurde. Damals begannen die Schritte „auf Papier”, aber es dauerte noch drei – vier Jahre, bis der Sitz festgelegt wurde. Ausserdem gab es am Anfang keine Niederlassungen. Diese wurden nach dem Jahr 1950 gegründet, als die Stadt sich änderte. Die Grossstädtische Bibliothek hatte am Anfang 7.000 Bände und vier Sitze, der Reihe nach, bevor sie den Hauptsitz im heutigen Gebäude hat.

Es schliesst die Bibliothek von Mircea Eliade von Paris ein

Während des Gesprächs gab sie uns eine wichtige Information, welche die Leser, die sich für die Arbeit von Mircea Eliade interessieren, wissen sollten: wenn sie zu dieser Bibliothek gehen, haben sie die Chance, einen Teil der Gegenstände von einem der wichtigen rumänischen Schriftsteller zu sehen.

Unter unserer Aufsicht ist ein wichtiger Teil der Bibliothek von Paris von Mircea Eliade. Sie wurde uns im Jahre 1994 von Irinel Eliade, seiner Frau, gespendet. Diese Sammlung umfasst die Bücher, die Mircea Eliade benutzte, aber auch die Blätter von den Konferenzen, woran er teilnahm, sowie die Einladungen zu den Konferenzen. Wir haben auch eine Kanne, die man vermutet, dass Eliade sie benutzte, wenn seine Frau sie uns gab. Die Sammlung enthält auch Kugelschreiber, aber es ist interessant, dass wir vier oder fünf Notizbücher haben. Sie sind, so wie die Notizbücher damals waren, eng, aber hoch. Wie die Telefonagenda. So wie man sehen kann, wurden diese Notizbücher von Mircea Eliade geschrieben. Sie wurden vom alten Eliade geschrieben. Sie stammen aus der Zeitspanne 1970-1974, als er alt war. Und in diesen Notizbüchern erzählt er seine Besuche in Paris, in den Vereinigten Staaten, bei Chicago. Es ist einzigartig”, sagte uns Frau Florentina Dobrogeanu – Ipsilante.

Die Grossstädtische Bibliothek hat eine Sammlung über eine Million Bände.

Leider wurden diese Gegenstände noch nicht registriert und sie werden im Online- Katalog der Bibliothek nicht erwähnt. Das ist der Grund, warum die Menschen nichts darüber wissen und beantragen sie nicht, um sie zu analysieren.

Das ist nicht der einzige „versteckte Schatz” der Bibliothek „Mihail Sadoveanu”. Florentina Dobrogeanu – Ipsilante sagt uns aufgeregt, dass unter der Aufsicht dieser Bibliothek sehr viele Bücher mit Ex libris sind. „ Zum Beispiel, in der orientalischen Sammlung, die wir von der Akademiebibliothek erhielten, gibt es sehr viele Bücher mit Ex Libris. Es ist notwendig, dass ein Fachmann im orientalistischen Bereich den Besitzer identifiziert, dann aus bibliothekonomischer Sicht auslegt und den Ex libris beschreibt. Das Ex libris hat die Stempelform. Es ist sehr interessant, solche Bücher zu sehen”, sagte der Fachmann.

Autor: Ștefania Enache
Foto: Corina Gheorghe

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